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Wie du schneller als in 20 Jahren einen Verlag für dein Buch findest

Teil 1 – Die ersten 10 Jahre, die du mir nicht nachmachen musst

Da ist er: Der Traum vom eigenen Buch, natürlich ganz ordentlich in einem Verlag.

Hurrah! Ich bin Autorin, ich bin Schriftsteller! Nicht irgendeiner, der’s nur mit Selfpublishing schafft (weil das kann ja jeder), sondern ein echter! Ein Autor, ein veröffentlichter! In einem Verlag!

Ganz so krass geht es in deinem Hirn vielleicht nicht ab, aber so heimlich doch irgendwie. Zumindest der Grundzug des Traumes ist da:

Ich will ein Buch veröffentlichen.
Ich will einen Verlag finden für mein Buch.

Und wie lange dauert das nun?

Wie lange, bis endlich ein Verlag an deine Tür klopft und dich fragt: „Hallo, liebe Autorin! Haben Sie da nicht ein Buch in der Schublade rumliegen? Das nehmen wir, sofort!“

Bei mir klopften Verlage derart an die Tür, und dann …

… ach, ich erzähl mal von vorn: was davor war. Was passierte, bevor Verlage & Literaturagenturen bei mir Schlange standen – und was danach. Denn das ist nicht minder spannend, und hilft dir hoffentlich, nicht wie ich 20 Jahre zu brauchen, um ein Buch herauszubringen. Sondern das Ganze in zwei Wochen abzuschließen.

Zwei Wochen bis zum Buch im Verlag

Denn genau so war es dann am Ende: In 14 Tagen war ich vom fertigen Buch zum Verlagsvertrag gekommen. Sogar bis zur Druckvorschau des Buches im Verlag – es war gerade mal 10 Tage her, dass ich das Manuskript abgegeben und den Vertrag unterschrieben hatte, als mich die Verlegerin anrief, kurz vorm Wochenende, und sagte:

„Hast du ein Bild fürs Cover? Eine Idee? Das soll am Montag in die Druckvorschau des Verlagsprogramms!“

Drei Tage später ging’s in die Druckvorschau, mein erstes Buch – so rasend schnell, dass ich dachte:

„Äh, und wieso hat das vorher 20 Jahre gedauert?“

Genau das verrate ich dir hier, Schritt für Schritt, damit du Schritt für Schritt bitte nicht das machst, was ich gemacht hab, okay?

Unnötiger Schritt für unnötiger Schritt – folge ihnen nicht.

Denn wenn du all meine 20 Jahre einfach weglässt, schaffst du’s vielleicht auch in zwei Wochen mit deinem Buch zur Veröffentlichung im Verlag.

Der lange Weg vom Buch zum Verlag

(der am Ende nur zwei Wochen lang war)

Ich schreib seit 25 Jahren. Die ersten 5 Jahre einfach so, für mich, ohne groß an Veröffentlichungen zu denken – die zählen also nicht bei der Verlagssuchzeit, finde ich.

Und dann fing ich an mit dem Wettbewerbskarussell.

Weil so macht man das halt, als frische Autorin, als unbekannter Autor. Du brauchst doch Reputation! Und da fängt man eben klein an, denkst du, nicht da, wo die großen schon sind.

Das ist Fehler Nummer 1, aber das weißt du nicht.

Im Gegenteil: Du gehst das hochwissenschaftlich an und erstellst dir eine Excel-Tabelle voller Aufrufe, Daten und Listen und sonstiger Details aller unbedeutender Wettbewerbe, damit du den Überblick hast und ja keinen verpasst.

Damit verbringst du ein Jahr.

Ein Jahr, um zu sammeln und zu sortieren, was es alles für Wettbewerbe gibt und wo du dich dann mal bewerben willst. Ein Jahr, um das richtig gut zu sortieren und dir Erinnerungen im Kalender anzulegen. Ein Jahr, um dich vorzubereiten.

Das ist das erste Jahr, das du dir sparen kannst.

Ersparnis bisher: 1 Jahr

„Aber nur Wettbewerbe“, denkst du dabei noch und fühlst dich ganz clever, „die klein genug sind, dass sich nur Leute bewerben, die vielleicht noch nicht so gut schreiben wie ich – damit ich sie dann toppe. Damit ich überhaupt eine Chance habe, gewinne!“

Davon gibt’s viele – deswegen dauert das ja auch so ewig, deine Wettbewerbsübersichtsliste zu erstellen. Sie zu pflegen, zu aktualisieren, Updates zu machen.

Und du gewinnst auch mal: Den Preis der Feuerwehr Kleinkleckersdorf, die eine Geschichte mit Katze auf Leiter gesucht hat, zum 50-jährigen Jubiläum! Du wirst eingeladen zum Fest!

Oder nee, nur halb: Anfahrt musst du selbst bezahlen, Unterkunft auch.

Aber du kriegst eine Urkunde und dein Text wird genutzt! Boah, geil! Du wirst berühmt!

Oder nee, auch nur so halb: Dein Text wird exklusiv im Mitgliederbereich der Dorffeuerwehr online gestellt, 12 Leute lesen den.

Aber macht auch nichts, man arbeitet sich halt so hoch, so ist das im Leben – also machst du das noch mal und noch mal, nimmst alle Wettbewerbe mit, die es so gibt.

Bei Literaturwettbewerben gewinnen

Und am Ende hast du:

  • Eine Excel-Tabelle
  • Zwei Urkunden
  • Drei Pokale
  • Vier Mal Anreise selbst bezahlt (zumindest Unterkunft nur drei Mal davon, hurrah!)
  • Fünf Gewinnergeschichten von Katzen auf Leitern und Friseuren in Niedersachsen und dergleichen; irgendwo veröffentlicht, wo sie keiner liest
  • Plus eine Schublade voll von Geschichten, die nicht gewannen, und jetzt so rumliegen halt.

Deine Optionen:

  • Pack all deine Geschichten in eine Anthologie namens „Passt alles irgendwie nicht zusammen, aber ich schrieb das halt so – die Wettbewerbe haben das Thema verlangt“
  • Verkauf deine Excel-Tabelle an den Meistbietenden.
  • Fang gar nicht erst mit all dem an.

Ich rate zur dritten Option.

Das spart dir in etwa 4 Jahre. Und viel fehlgeleitete Mühe.

Ersparnis bisher: 5 Jahre

Oder noch mehr, wenn du ewig lang nicht aufhörst, bei solchen Wettbewerben mitzumachen.

Tipp für erfolgsscheue Autoren:

  • Du kannst hier richtig viel Zeit vergeuden, hurrah!
  • Du kannst schreiben – und doch nie zum fertigen Buch kommen!
  • Denn du hast so viel zu tun mit all diesen Ausschreibungen … puh! Da geht wirklich nichts anderes mehr.

Tipp für Autoren, die doch mal endlich Erfolg haben wollen:

Ich rate nicht von Wettbewerben ab – aber schau dir an, an welchen du teilnimmst.
Und dann:

Schreib eine richtig gute Geschichte und sende sie da ein, wo’s zählt.

Vergiss die ganzen kleinen Wettbewerbe, wo du einen Pokal gewinnst, oder 200 € (geteilt durch die 10 Besten), oder eine Erwähnung in der Dorfchronik, einen Stempel auf dem Papier.

Denn mal ehrlich: Ist es das, was du mit Schreiben erleben willst? 20 € für einen Text, an dem du tagelang, wochenlang gearbeitet hast? Einen Pokal, den du aufs Fensterbrett stellen kannst? Eine Zeile in deiner Biographie „Lobende Erwähnung im Kleinkleckersdorfpreis“? Anreise selber zahlen? Geschichten, die nicht wirklich aus deinem Herzen kommen, weil Thema, Stil, etc. vorgegeben war?

Wenn du das willst, wenn dir das reicht: Dann mach das halt. Pflege deine Excel-Tabelle, und mach.

Aber wenn du denkst: „Ich will vom Schreiben leben! Berühmt sein, veröffentlicht, bekannt & anerkannt!“, dann mach nur berühmte Wettbewerbe mit. Bekannte. Anerkannte.

Ziele dahin, wo du auch sein willst.

In meiner Excel-Tabelle war eine Spalte mit „Höchstalter zur Teilnahme“ (viele Preise sind altersmäßig eingegrenzt) – und als ich die Tabelle mal so herum sortierte, lachten mir ein paar Preise regelrecht ins Gesicht.

„Oh je!“, dachte ich. „Das ist das letzte Jahr, das ich teilnehmen kann. Nächstes Jahr bin ich zu alt!“

Und das sorgte dafür, dass ich mich nur bei diesen Wettbewerben bewarb. Beziehungsweise noch spezieller: Ich suchte mir einen einzigen heraus, den fettesten, renommiertesten; kurz gesagt: Ich setzte endlich um: „Schreib eine richtig gute Geschichte und sende sie da ein, wo’s zählt.“

Ich schrieb, nur eine (richtig gute) Geschichte, statt 10 mittelmäßige Niveau Kleinkleckersdorf, ich sandte ein.

Und gewann.

Und das wiederholte ich dann, später, als ich ab und zu noch mal an Wettbewerben teilnahm: nur die besten, mit dem Besten; ganz gezielt. (Ich gewann noch mal. Und noch mal.)

Für dich, zum auf die Excel-Tabelle schreiben:

  • Schick nur da Texte ein, wo du wirklich hinwillst: an die Spitze.
  • Such dir die großen Wettbewerbe aus, konzentrier dich – und los.
  • Du musst auch nicht bis zum letzten möglichen Zeitpunkt warten, wie ich. Ziele früh, ziele hoch.

Direkt zum Verlag

Auch eine Option:

Schick deine Texte direkt an Verlage, statt das Wettbewerbskarussell überhaupt zu fahren. So sparst du dir auch Zeit – mindestens 3 Jahre, schätze ich.

Bonussparpotenzial: 3 Jahre

Verlage wollen aber manchmal eben doch einen Stempel – nur nicht unbedingt vom Wettbewerb der Feuerwehr Kleinkleckersdorf. Sondern von großen Wettbewerben; also konzentrier dich auf die.

Voraussetzung: Du hast Lust darauf; sonst lass es lieber (dazu gleich mehr).
Du findest auch so einen Verlag.

Und auch bei der Verlagssuche gilt:

Nicht alle Verlage irgendwie anschreiben; sondern gezielt. Bester Text von dir an den höchsten Verlag, den du dir vorstellen kannst.

Wenn du dir dich in einem guten Verlag gar nicht vorstellen kannst, hinterfrag deine Vorstellung,

  • Denkst du wirklich, du bist nicht gut, schreibst nicht gut?
  • Oder denkst du das nur, weil sich das so gehört, man sich selbst nicht zu toll finden darf?
  • Was denkst du an deinen besten Tagen über deine Texte? Das zählt. Such dir so einen Tag und Text raus – und los.

Wenn Verlage dich und dein Buch wollen

Zurück zu mir, zu meinem nächsten Schritt, den ich machte – und von dem ich dir ebenso abrate. Er kostete mich weitere 5 Jahre.

Das war nämlich so:

  • Preis gewonnen (der fette, renommierte)
  • Auf einmal standen sie Schlange, die Verlage & Agenturen – der Preis zählte wirklich was.
  • Und die wollten mich!

Wenn Verlage dich wollen: Das ist erst mal super. Sehr super sogar.

Nur: Die Verlage nach dem großen Preis wollten nicht das, was ich hatte und war.
Das war weniger super.

  • Was ich hatte: noch mehr solche Geschichten wie die, die den Preis gewonnen hatte.
  • Was ich war: eine Autorin, die endlich mal ihren roten Faden gefunden hatte.
  • Was ich hervorragend konnte: Kurzgeschichten – wie die, die den Preis gewonnen hatte.

Die Verlage wollten aber keine Kurzgeschichten; sie wollten einen Roman.

Und ich … setzte mich an die Arbeit, 5 Jahre lang, und versuchte den Roman zu schreiben. Einen Roman, wie ihn der Verlag wollte, die Agentur.

Das waren 5 Jahre, die auch du dir sparen kannst.

Ersparnis bisher: 10 Jahre schon!

Ich schrieb und schrieb, ewig lang; es fiel mir schwer, es war nicht mein Metier – ich hatte ja doch gerade erst Kurzgeschichten als meine Stärke entdeckt. Ich konnte keinen Roman, so was langes, Struktur, Handlungsböden, Akte, all das.

Aber ich blieb dabei: Ich schrieb jetzt eben einen Roman.

  • Weil der Verlag das so wollte.
  • Weil die Agenturen das so wollten.
  • Weil die Welt das laut denen so wollte.

Ich tat, was die anderen wollten.

Ich quälte mich weiter, schrieb und schrieb – und jedes Mal, wenn mein Ansprechpartner in der Agentur wechselte (über die Jahre passierte das schon mal), dann schrieb ich alles auch gleich noch mal komplett um.

5 Jahre.
Spar dir die Zeit.
Mach’s mir nicht nach.

Schreib nur das, was DU schreiben willst.
Mach nicht, was jemand anderes will, dass du machst.
Egal, was der Verlag sagt, die Agenturen, die Welt.

Okay?

Dann auf zu den nächsten 10 Jahren, in denen ich auch keinen Verlag fand!

Ach so: Der Roman ist noch immer nicht fertig. Beziehungsweise doch – aber: Er gefällt mir nicht. Also liegt er in der Schublade rum.

Er gefiel übrigens auch den Verlagen dann nicht mehr.

Voll logisch, denn ich hatte so viel an ihm herumgedoktert und ihn so zu machen versucht, wie ich dachte, dass er anderen gefällt, dass meine eigene Stimme, mein Stil dabei zusehends verschwand.

Natürlich gefiel er dann nicht. Alles doppelt umsonst sogar!

Mach’s mir nicht nach – versprochen?

Bisher hast du damit gespart: 10 Jahre!

1 Jahr Excel-Tabellen zu Wettbewerben erstellen, an denen du eh nicht teilnehmen willst.
4 Jahre dich doch bei denen bewerben, weil so macht man das halt.
5 Jahre etwas schreiben, das du nicht schreiben willst und kannst, bloß weil andere das sagen und wollen.

10 Jahre gespart!

Und jetzt wird’s gemein:

Wie’s weitergeht, die nächsten 10 Jahre, die du mir echt nicht nachmachen solltest: Die packe ich demnächst hier auf den Blog.

Um zu wissen, wann „demnächst“ ist und um weiterzulesen: Her mit deiner E-Mail-Adresse!

Noch mal 10 Jahre Verlagssuche sparen!

Trag dich für meine Sexy-Text-Schreibtipps ein – und ich schwör: Teil 2 hat’s auch in sich. Schon wieder 10 Jahre gespart, und nebenbei kriegst du noch meine Tipps frei Haus.

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